Dattelpalmenparadies in der Bergoase Mides
Schöner Spaziergang entlang der kleinen Wege und Bewässerungskanäle durch die Dattelpalmenoase von Mides.
Sonnenaufgang in der Palmenoase Mides
Überlege heute früh schon, ob ich überhaupt losgehe. Aber irgendwie ist es mir gerade ein Bedürfnis, mit den ersten Sonnenstrahlen aufzustehen und wandern zu gehen. Heute ist die Palmenoase Mides dran. Hab die noch gar nicht so genau erkundet.
Würde gern mal nur zu Fuß herkommen und ganz Tunesien mit einem kleinen Zelt auf dem Rücken erwandern. Aber so weit kann ich es heute nicht ausarten lassen. Schleiche also nur ein bisschen im Sonnenaufgang durch die Oase.
Bewässerung in der Oase Mides
Man denkt ja, in so einer Oase wächst alles von ganz alleine. Aber das ist nicht so. Die Bewässerung der Palmenoase ist ein unheimlicher Aufwand. Zuerst einmal braucht man Brunnen, um überhaupt an das Grundwasser heranzukommen.
In der Oase Mides muss das Grundwasser gepumpt werden, wofür überall solche kleinen Motorpumpen stehen.
Die Wasserverteilung in der Oase Mides erfolgt dann über Verteilerbauwerke mit mehreren Ein- und Ausgängen.
Die Bewässerungskanäle in der Oase Mides sind mittlerweile fast alle aus Beton.
Die Wasserauslässe werden aber meist mit Lehm verstopft. Das hat den Vorteil, dass man da flexibel Felder bewässern kann.
Es gibt in so einer Oase ja eine genauen Plan, wer wann wie lange sein Feld bewässern (also fluten) darf.
Es gibt natürlich auch Einzelbewässerung von Dattelpalmen.
Die Bewässerungskanäle sind die Lebensadern der Oase Mides und werden aufwendig instand gehalten.
Datteln in der Oase Mides
Pflege der Dattelpalmen
Die Parzellen der Bergoase Mides sind allerdings in sehr unterschiedlichem Pflegezustand. Mir ist auch nicht ganz klar, welche Bedeutung die Dattelernte überhaupt noch hat oder ob die Palmen nur noch Zier- und Schattenbäume sind.
Schon die Bestäubung erfolgt ja von Hand und ist sehr arbeitsintensiv. Wenn man das wegen besserer Einnahmen im Tourismus verpasst, kann man auch die Ernte vergessen. Und so kommt es, dass die Ernte an vielen Bäumen unbrauchbar wird.
Und für die Granatäpfel scheint sich generell niemand mehr zu interessieren.
Nur in wenigen Gärten sind die Dattelstauden umhüllt von Plastiksäcken, damit die Datteln darunter geschützt reifen können.
Aber oft liegen die Datteln verstreut am Boden und niemand kümmert sich darum. Echt komisch.
Unterschiedliche Dattelqualitäten
Sehe also beim Rundgang durch die Palmenoase nur selten wirklich hochwertige Datteln.
Meistens ist die Ernte nur so Mittelmaß.
Und dann gibt es noch die Wegwerfqualität. Das sind Datteln, für die sich niemand mehr bückt.
Manche Dattelpalmen haben überhaupt keinen Ertrag.
Der Inhaber vom Mides Family Resto jedenfalls kümmert sich nicht nur rührend um seine Gäste, sondern nimmt sich auch viel Zeit für sein Stück der Oase und die Datteln.
Die frisch geernteten Datteln sind aber auch lecker. Und mit jeder verkauften Dattelkiste steigt natürlich die Motivation, die Palmenoase am Leben zu halten. Gibt auch Dattelmarmelade und Dattelsirup. Ich aber mag die Datteln am liebsten roh.
Wege durch die Oase Mides
Wer Marokko kennt, der weiß ganz besonders die Ruhe in der Palmenoase zu schätzen. In Mides kann man wirklich völlig unbehelligt auf den Wegen entlang spazieren. Treffe auf der ganzen Palmenwanderung nur zwei Leute, mit denen ich kurz die üblichen Begrüßungsfloskeln tausche und dann weitergehe. Ist hier ganz normal. Und sehr angenehm.
Die Parzellen sind alle mehr oder weniger sorgfältig eingezäunt. Gern mit Stacheldraht, gern auch nur mit Schilfrohr. Kann aber trotz der Parzellierung ganz gut kreuz und quer durch die Oase spazieren.
Nur manchmal muss ich mich unter dem Stacheldrahtzaun durchquetschen.

























Schöne Bilder, wie immer. Wenn man mal von der ausgeprägten Inkontinenz absieht, gilt das auch für den Hatz E vor der Wasserpumpe. Wie lange mag der schon seinen Dienst tun? Vorgestellt wurden die wohl 1953 – damals hat es noch Sinn gemacht, ein deutsches Produkt zu kaufen. Vermutlich hatte der gute Hatz schon ein paar Betriebsstunden, bevor er seinen jetzigen Job angetreten hat. Man sollte ihm ein paar neue Dichtungen spendieren…
Das wäre auch mal ein Projekt, nach Tunesien runter fahren und die Pumpenmotoren reparieren. Ich allerdings würde mich da nicht rantrauen. Wer weiß, was da alles zum Vorschein kommt, wenn man die Motoren erstmal offen hat.
Da hast du sicherlich Recht. Die springen vermutlich nur bei 40 Grad im Schatten an und werden wahnsinnig klötern…
Aber echt erstaunlich, wie lange solche Motoren noch weiterscheppern, als ehemaliger Mercedes-Motorenschlosser würde ich vermutlich die Krise kriegen.