Schrauben am Strand Tunis: Schiebetür und Ersatzradträger
Ohne Not auf Reisen schrauben zu können, war schon immer mein Traum, auch wenn der Strand Tunis Gammarth noch nicht ideal ist.
Die dumme Schiebetür
Ich hatte ja nach der Tunesien-Einreise und der nächtlichen Sandbergungsaktion schon mit einem Parkplatzwächter gerechnet, der früh ans Fenster klopft. War schließlich keine Zeit bzw. Lust mehr da, den Bus ordnungsgemäß auf einen zugelassenen Stellplatz zu bewegen. Aber ich bin etwaigen Ruhestörern mit meiner Aufstehzeit von 6:30 Uhr sowieso voraus. Komme allerdings kaum aus dem Bus raus. Die Schiebetür klemmt so doll, dass die kaum aufgeht. Das muss ich heute unbedingt reparieren. Allerdings nicht bei der morgendlichen Kälte. Da muss ich mich erstmal bewegen.
Strandwanderung am Plage de Gammarth
6:45 Uhr ist Sonnenaufgang. Sehe allerdings von der Sonne überhaupt nichts, denn über dem Plage de Gammarth türmen sich die Wolken. Trotzdem schön, so am Meer lang zu laufen.
Der Strand ist bis auf ein paar Fischer total einsam und verlassen. Ist übrigens interessant, wie die drei das schwere Boot ins Wasser kriegen, indem sie gefüllte Wasserflaschen unter den Kiel schmeißen.
Je weiter ich Richtung Tunis laufe, umso mehr Restaurants stehen am Strand, zum Teil mit Wachposten.
Der Plage de Gammarth scheint früher mal ein beliebter Hotspot gewesen zu sein. Die meisten Vergnügungsstätten verfallen aber mittlerweile.
Auch ein Strandbunker hat schon bessere Tage gesehen.
Hab routinemäßig mein Fernglas dabei und sehe nach 5 km, dass am Strand nicht mehr viel kommt. Da kann ich auch umdrehen. Fischer bei ihrer Arbeit interessieren mich nunmal mehr als Yachthäfen und Schickimicki-Restaurants. Sorry, aber das finde ich echt cool, wenn ich ungestört und unbemerkt alles beobachten kann.
Auch die Dromedare sehe ich zuerst durchs Fernglas. Doch die laufen nicht weg. Das Baby scheint ganz frisch zu sein und hat sogar noch ein Stück Nabelschnur dranhängen.
Fernglas ist gut, aber besser ist die direkte Kontaktaufnahme. Hab den Fischern schon beim Reinschieben des Boots geholfen, die Dromedare sind ganz unscheu und die Steyr-Leute sehr kommunikativ. Hatte die LKWs schon im Hafen Genua gesehen und erfahren, dass dies eine geführte Tour für Steyr 12M18 und der Land Rover nur ein Beiboot ist.
Obwohl alle wissen, dass mein Bus nicht mal Allrad hat, reden die mit mir. So quatschen wir ein bisschen über dies und das und ich erfahre viel über diese Form des betreuten Reisens. Bin da zwar nicht so die Zielgruppe, aber dass Leit- und Schlosserfahrzeug nur zwei Fahrzeuge betreuen, ist schon ein Ding. Das rechnet sich wohl eher über den Verlustvortrag.
Jedenfalls braucht man für das bisschen Sand nicht unbedingt Allrad, wie ein Kleinwagen prompt demonstriert. Problematisch sind eher die Überflutungen. Nehme am Strand ein kleines Youtube-Video auf, wie ein anderer Citroën sich mit Frontantrieb elegant durch den Sand bewegt.
Wie auch immer, ich geh meinen Weg und bin nach 10 km zurück am Bus. Die letzten 100 Meter auf den Strand zu fahren ist zwar geil, aber auf festem Boden zu stehen, hat auch seine Vorteile.
Wartungs- und Reparaturarbeiten
Traumjob Schraubensortierer
Mittlerweile kommt auch die Sonne raus und es ist so richtig angenehm. Endlich muss ich nicht mehr im Winter arbeiten, sondern kann die beste Schraubertemperatur genießen.
Fange erstmal an, Schrauben zu sortieren. Bei Frantos bestelle ich zwar immer nur Kleinmengen, aber dafür unterschiedliche Schraubenlängen. Hab also eine Menge schön beschrifteter Schraubentüten. Und wenn ich bei der Bestellung dran denke, kann ich für jede Tüte sogar die Zweckbestimmung mit aufdrucken lassen. Mit der Zeit wird das nämlich viel. Klar, zu Hause habe ich große Sortierkästen. Aber mein Traum ist das volle Schraubensortiment im Bus. Hab also in Vorbereitung der Tunesienreise kleine Sortierkästen gekauft. Und hier am Strand von Gammarth ist nun endlich Zeit fürs große Schraubensortieren. Suche aus allen Behältnissen, Tüten und Kisten alle Schrauben zusammen und sortiere die nach Art und Größe.
So stelle ich mir einen gelungenen Urlaub vor. Die kleinen Sortierkästen sind allerdings schnell voll.
Lasse die große Kiste des Grauens noch stehen. Dort sind weitere 10 kg Schrauben drin, weil ich in den letzten zehn Jahren von jeder verwendeten Schraube ein Duplikat in diese Wühlkiste geschmissen habe. Doch so viele Schrauben kriege ich nie und nimmer in meinen kleinen Kästen unter.
Schwergängige Schiebetür
Dann will bzw. muss ich die Schiebetür einstellen. Fange mit dem schweren Werkzeug und der Zerlegung der Aufhängung an. Aber das Problem mit der Schiebetür ist gar keine Einstellungssache, sondern ich muss einfach nur die Laufschienen von verbackenem Fett und dickem Dreck befreien.
Reinige auch die obere und untere Laufschiene der Schiebetür am Mercedes 711D, und schon läuft die. Es darf nur kein Fett in die Laufschienen, denn dann rollen die Kugellager nicht mehr, sondern rutschen nur noch.
Heckträger für zwei Räder
Mein Plan ist ja, mich mit dem 711er an der Sandwüste bis zum Tembaine zu versuchen. Ohne Allrad hab ich da nur eine Chance, wenn ich die Zwillinge runternehme, Luft ablasse und möglichst viel Last nach hinten bringe. Hab also einen Edelstahl-Heckträger konstruiert und mit meinem Gekritzel bei Versandmetall bestellt.
Die Lieferung war viel schneller da, als ich Zeit für die Montage des U-Profils hatte. So ist die Schiene derzeit nur Teil meines Bierkastensofas.
Die Anprobe des Heckträgers für zwei Räder ist schon mal erfolgreich. Der Plan ist, die auf dem Heckeinstieg zu verschrauben.
Auch die Seitenansicht mit dem neuen Heckträger gefällt mir ganz gut. Klar, der Böschungswinkel wird durch meinen Ersatzraddoppelträger nicht besser, aber dafür ist so eine Schiene leicht, einfach und preiswert.
Will gerade Flex, Bohrmaschine und Schweißgerät aus dem Wohnmobil holen, da kommen eine Menge Tunesier zum Strand. Vielleicht ist das doch keine gute Idee, hier im noblen Gammarth eine Buswerkstatt zu eröffnen.
Nee, ich brauche einen ruhigeren Stellplatz, damit ich dort ungestört Krach machen kann. Heize also trotz der Hitze den Motor vor und starte ganz an die Nordspitze Afrikas, zum Cap Angela.
Infos und Werbung
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- Mein Fernglas trägt nicht nur mein Nummernschildkürzel im Namen, sondern eröffnet ganz neue Möglichkeiten (DDoptics NXT 10×42): Klick
- Ich gebe zu, dass ich Schraubenjunkie bin und meinen Stoff in kleinen Tüten von Frantos beziehe (Frantos.de): Klick
- Die kleinen Sortierkästen gibt’s eigentlich in jedem Baumarkt. Entsprechend ist aber leider auch die Qualität.
- Der Heckträger ist ein stabiles U-Profil aus 2 mm Edelstahl (Versandmetall.de): Klick
- Das kleine Schweißgerät ist nicht nur handlich, sondern läuft auch an meiner Akkubox (GYS Easymig 130)*: Klick























Hallo Tom, sag mal, wo hast du denn die Abschlepp- bzw Rangierstange her? So ein Ding möchte ich auch haben…
Die Abschleppstange hängt schon 10 Jahre bei mir hinten am Bus. Habe die mal gebraucht gekauft. Ich denke mir halt, dass ich bei einem Problem jederzeit einen LKW organisiert kriege, aber Abschleppstangen sind rar.
Hi Christian, frag doch einfach mal bei den Freaks an? Oder Kleinanzeigen, da allerdings aufgepasst, das der Lochabstand passt. Sonst kann sie Stange nicht an den ( Bei mir serienmäßigen Haltern ) aufgeschoben werden!
Woher ich das weiß?
😉
Ihr seht ja, dass die Abschleppstange bei mir hinten einfach nur quer montiert ist. Hauptsache, der Lochdurchmesser passt.
Hallo Peter, dann werde ich mich mal auf die Suche machen!
Hallo Christian, dann viel Erfolg dabei! Ich habe meine auch gebraucht über Kleinanzeigen bekommen.