Leer- und Reisegewicht des Mercedes 711D
Wie hoch ist das Leergewicht des originalen Mercedes 711D, was wiegt der Ausbau und welches Reisegewicht hat das Wohnmobil für Tunesien?
Leergewicht des Mercedes 711D
Mit dem Wohnmobil fahre ich regelmäßig über die Waage. Der 711D hat zwar genug Reserven, liegt sowieso über 3,5 Tonnen und wird auch immer unter 7,5 Tonnen bleiben. Aber so kriege ich ein Gefühl, was Bus, Ausbau und Reiseausrüstung wirklich wiegen. Angefangen hat alles mit einem Leergewicht von exakt 3.500 kg. Leergewicht heißt, dass der originale Mercedes 711D Fensterbus völlig leer war. Keine Bestuhlung, keine Verkleidung, keine Beladung. Nur die beiden vorderen Sitze, vier Batterien und 50 l Diesel.
Leergewicht des ausgebauten Wohnmobils
Mittlerweile ist das Wohnmobil für 7 Personen ausgebaut und wiegt leer genau 4.860 kg.
Mein Ausbau bringt also stattliche 1.360 kg auf die Waage. Hab alleine 200 kg Schall- und Wärmedämmung verbaut. Dazu kommen das ausziehbare Doppel-Hubbett im Fahrerhaus, Aufstelldach, Toilette, Küche und große Gasanlage. Auch der Möbelbau ist gewichtsmäßig nicht zu verachten, selbst wenn der Bus im Mittelteil ohne Sitzgruppe und Mitfahrer fast leer ist. Für mich allein ist der 711er eigentlich schon viel zu groß.
Gewicht sparen im Wohnmobil
Für die Tunesienreise könnte mir das Reisegewicht des Mercedes 711D egal sein. Allein komme ich nie über die 5,9 t zulässiges Gesamtgewicht. Aber ich will die Sahara bis zum Tembaine durchqueren. Das sind 100 km Sandwüste. Da kommt es auf jedes Kilo an. Die Anhängerkupplung ist schon ab, wiegt aber nur 16 kg. Auch an meinem Reiseschweißgerät spare ich 11 Kilo. Im Vergleich zum EasyMIG 180 ist das 130er nicht nur wesentlich kleiner und handlicher, sondern wiegt mit Drahtrolle und allem drum und dran tatsächlich nur 9,7 kg.
Trotzdem schweißt das kleine EasyMIG 130 auch Alu und Stahl bis 3 mm Dicke. Mit Elektrode und Gas, aber auch mit dem von mir bevorzugten Fülldraht. Vor allem aber kriege ich als Nichtschweißprofi ordentliche Ergebnisse hin. Man muss nur die Bedienungsanleitung lesen und beim Fülldrahtschweißen Masse auf Plus klemmen. Und dennoch ist das 130er leicht, klein und zierlich. Wer kann da widerstehen?
Gewicht spare ich auch an mir und meinen Bedürfnissen. Starte ja alleine nach Tunesien und brauche keine Nudeln und keinen Ketchup, keinen Apfelmus und keinen Saft sowie noch nicht einmal Aufbackbrötchen, Butter und Sirup. Klar, ein bisschen Sicherheitsverpflegung ist dabei. Aber im riesigen Staufach unterm Sofa sind keine Vorräte mehr drin.
Mehrgewicht für Zusatzausrüstung
Doch was ich an Lebensmittelgewicht einspare, geht für zusätzliche Ausrüstung gleich wieder drauf. Aber ich habe das mobile Kraftwerk dabei und muss ja irgendwie den ganzen Solarstrom nutzen. Kaufe also (zusätzlich zum vorhandenen Gasherd) noch eine Induktionsplatte. Induktiv Kochen im Wohnmobil bedeutet aber, dass ich meine leichten Alutöpfe wegschmeißen kann und Edelstahltöpfe kaufen muss. Und wenn ich schon mal dabei bin, gibt es gleich noch vernünftiges Keramikgeschirr.
Da ich trotzdem zuviel Platz habe, kann ich noch mehr Werkzeug mitnehmen. Schlagschrauber, Akkuflex und Bohrmaschine sind sowieso dabei. Für die Wüste ist auch mein kleiner Kompressor wichtig, damit ich Luft ablassen und vor allem wieder aufpumpen kann. Dazu insgesamt 8 Sandbleche, Gitterträger und GfK-Boards für die Selbstbergung. Wobei meine 4 robusten, leichten Lieblingssandbleche kaum was wiegen und sowieso immer dabei sind.
Auf dem Dach liegen noch zwei zusätzliche Ersatzreifen. Eine Karkasse des Falken Wildpeak AT3WA wiegt in 235/85 R16 auch 20 kg.
Reisegewicht nach Tunesien
Und so wird das Wohnmobil mit der ganzen Ausrüstung für die Tunesienreise schwerer und schwerer. Beim Start nach Genua wiegt die Vorderachse mit mir schon 2.180 kg. Hab also bei leerem Beifahrersitz nur 120 kg Luft bis zur maximalen Traglast.
Insgesamt hat der Mercedes 711D mit allem Klimbim, vollem Gastank, 50 l Wasser, 120 l Diesel ein Tunesienreisegewicht von 5.390 kg.
Doch obwohl ich beim Wohnmobilausbau von Anfang an Gewicht nach hinten verlagert habe, lächelt die Hinterachse mit 3.180 kg nur müde über das tatsächliche Reisegewicht. Gut, da fehlen noch 80 Liter Wasser im Zusatztank, aber derzeit sind noch 920 kg bis zur maximalen Achslast von 4.100 kg frei. Kein Wunder, dass der Bock hinten so springt. Andererseits schafft der OM 364A mit seinen 105 PS beim aktuellen Reisegewicht von 5.390 kg an meinem Autobahn-Testberg aus dem Elbtal raus nur 65 km/h.
Aber das sind für ein reisemäßig beladenes Wohnmobil Luxusprobleme, denn der Mercedes 711D hat noch 510 kg Nutzlast bis zum zulässigen Gesamtgewicht. Kann also beruhigt durch die Schweiz fahren. Allerdings gibt es diesmal eine ganz andere Aufregung.












Hallo Tom,
zum Thema Geschirr möchte ich anmerken, dass es inzwischen beim blau-gelben Möbelhaus Teller aus gehärtetem Glas gibt. Unsere Erfahrung damit: Super Zeug.
Gekauft haben wir unsere in Frankreich. In den großen Supermärkten kann man sie finden.
Große stapelbare Tassen habe ich leider noch keine entdeckt.
Gruß
Martin
Ja, stapelbare Tassen sind schwierig. Ich habe welche, aber die sind zu klein und aus Kunststoff. Und was ich auch gerne hätte, sind eckige, tiefe Teller und Schüsseln. Die lassen sich nämlich wie die eckigen Teller perfekt einsortieren.
Ach ja, das Gewicht. Kann gar nicht glauben, dass so viele Menschen mit einem 3,5-Tonner klar kommen. Unserer wiegt leer mit Minimal-Ausbau (links sind allerdings noch die tonnenschweren originalen „Möbel“ drin) ganz ohne zusätzliche Dämmstoffe und ein paar Liter Diesel 4,3 Tonnen. Hätte den Kram niemals auf 800 Kilo geschätzt…
Sicherlich sind viele 3,5-Tonner ordentlich überladen unterwegs, das könnte beim ganz kleinen Führerschein schon richtig Ärger geben. Die Hinterachse beim 711 muss wirklich ordentlich beladen sein, unsere trampelt auch hin und wieder fröhlich vor sich hin. Wenn man richtig was reinpackt, kann der 711 erstaunlich komfortabel sein.
Naja, trotzdem wäre es schon besser, wenn man alleine oder zu zweit mit einem Dreieinhalbtonner auskommen würde. Das spart eine Menge Stress mit den ganzen Mautboxen und LKW-Vorschriften.
Klingt ein wenig nach 711-Endzeit. Klar, wenn man allein oder zu zweit unterwegs ist, muss es nicht zwingend ein 6-Tonner sein. Leider sind alte 3,5-Tonner oft schon 10 mal um die Welt gefahren und die neueren haben viel Elektronik – gar nicht so einfach. Wenn man anrollen kann, fährt ein OM364 auch ganz ohne Strippen, klarer Vorteil. Der Bremer war schon ein nettes Auto, die gammeln aber auch böse im Verborgenen und sind selbsttragend. Auch die PKW-Motoren machen nicht wirklich froh. Die Ivecos sind auch nicht unkaputtbar.
Gar nicht so einfach. Klar, so ein Allrad-Sprinter ist sicherlich gut zu fahren. Solange die Technik funktioniert. Klar, auslesen kann man den auch in der Pampa…
Ja, hab tatsächlich schon mal nachgedacht, den Bus an eine Familie mit vielen Kindern weiterzugeben – ich allein verlaufe mich ja da drin. Aber ich hänge schon dran und wüsste auch nicht, was ich mir sonst kaufen sollte.