Fähre Genua – Tunis: Kabine oder nicht?
Erfahrungen mit Übernachtung, Verpflegung, Internet und Pünktlichkeit auf der Autofähre von Genua nach Tunis.
Was ist die beste Fähre von Genua nach Tunis?
Schon auf dem Weg zum Hafen Genua kam eine E-Mail von GNV, dass sich die Abfahrt der Autofähre nach Tunis um 3 Stunden verzögert. Statt 15 Uhr auf 18 Uhr. Das ist ziemlich dumm, weil sich die Ankunft in Tunis dann in die Nacht verschiebt. Aber ich ja nun erstmal allein unterwegs und also von jeder Verantwortung befreit. Da kann ich die ganze Nacht durchfahren, wenn es sein muss. Allerdings nimmt mich auch niemand an die Hand und führt mich beim Ausschiffen zum Stellplatz. Muss selber denken.
Nach Tunis fährt übrigens nicht nur GNV, sondern auch Tunisia Ferries. Probiere ich vielleicht beim nächsten Mal aus. Hatte zwar bisher bis auf die latente Unpünktlichkeit keine Probleme mit GNV, aber vielleicht ist die tunesische Fähre nach Tunis besser. Und das kriegt man nur mit einem Test raus.
Hauptsache ist sowieso, dass die Fähre von Genua nach Tunis schön ruhig auf dem Wasser liegt. Im Lotsenboot würde ich schon längst an der Reling hängen.
Hab bei Seegang ebenso vor kleinen Yachten und Segelbooten ordentlich Respekt. Auch wenn es schon schön ist, wie sie da so idyllisch im Hafen Genua liegen.
Nee, die richtig großen Pötte finde ich als Fähre von Genua nach Tunis viel besser. Denn die beste Fähre liegt ruhig im Wasser und schwankt nicht.
Übernachtung auf der Fähre von Genua nach Tunis
Bin bisschen vorsichtig und buche keines der Essenspakete. Stattdessen nehme ich mein mitgebrachtes Abendbrot im Hecksalon der Fähre von Genua nach Tunis ein. Ist schon recht mondän hier.
Das kann man von der Innenkabine nicht unbedingt sagen. Letztes Jahr mit den beiden Jungs hatten wir eine Kabine für uns. Da war das okay. Alleine macht diese Sardinenbehausung aber eigentlich keinen Sinn.
Klar, jede Kabine hat Bad und Dusche. Aber auch die „öffentlichen“ Toiletten auf der GNV Auriga von Genua nach Tunis sind durchaus benutzbar.
Doch was soll’s, die drei mitreisenden Tunesier sind nett bzw. ruhig bzw. ich schlafe sofort wie ein Stein. Man kriegt zwar in der billigen Innenkabine nichts vom Sonnenaufgang mit, aber mein Gefühl passt. Los, raus jetzt.
Anziehen und Zusammenräumen dauert allerdings ein bisschen, weil ich das im Volldunkeln erledige, um niemand zu stören. Wie sich später herausstellt, hab ich auch nur die Socken verkehrt herum an. Sehe ich aber auch nur deswegen, weil Falke die Socken und selbst Pullover immer so schön beschriftet.
Sonst alles dabei. Schlafe ja auch auf der Fähre im Nachthemd, während sich die Profis voll bekleidet ins Bett legen. Und die richtigen Expats buchen gar nicht erst eine Kabine, sondern legen sich einfach so auf den Boden.
Ich glaube, das mache ich beim nächsten Mal auch. Da spart man sich die ewigen Gänge. Und in einer Kabine kann bzw. will ich mich sowieso nicht aufhalten. Schon gar nicht in Vollbelegung.
Sonnenaufgang vor Sardinien
Oder ich schlafe draußen auf dem Deck. Mit Isomatte und Schlafsack wäre das eigentlich gar keine so schlechte Idee.
Und wenn ich mich auf der Fähre von Genua nach Tunis auf die Steuerbordseite lege, könnte ich Sardinien aus dem Schlafsack beobachten. Wobei man da mit bloßem Auge nicht viel sieht. Anders mit meinem neuen Superglas. Bin echt begeistert, welche Brillanz das nur 720 g leichte NXT selbst in der Morgendämmerung hat. Und dass die Firma DDoptics aus der Heimat stammt. In Dresden ist man nämlich ziemlich stolz auf die Vergangenheit als Stadt der Kameras und Ferngläser.
Was mir aber an einem modernen Fernglas fehlt, ist ein Knopf, mit dem ich das Bild irgendwie aufs Handy kriege. Denn es ist gar nicht so einfach, ein Foto durch die Linse zu machen. Die Schwierigkeit fängt schon damit an, welches meiner 5 Kameralinsen überhaupt gerade aktiv ist. Dann muss ich den Mittelpunkt der Optik finden und dann auch noch das Ziel treffen. Ja, und schließlich ist das Ergebnis bei weitem nicht dasselbe. Aber was soll’s, es ist zumindest ein Symbolfoto von der sardischen Küste. Mit dem NXT sind die weißen Punkte hübsche Häuser.
Internet auf der Fähre von Genua nach Tunis
Und noch einen positiven Nebeneffekt hat die Nähe von Sardinien. Hab nämlich über die knapp 40 km Mobilfunkempfang von Land und damit Internet. Kann also sogar ein bisschen arbeiten.
Irgendwann ist das Internet weg und ich bin jetzt so im Online-Flow, dass ich mir noch mal 1 GB für 7 € kaufe. Allerdings denkt dann mein Handy dummerweise, es ist im freien WLAN und fängt an, die ersten tausend Fotos zur Sicherung hochzuladen. Insofern ist es mit dem Internet schnell wieder vorbei. Aber egal, ich hab vorbereitet, was vorzubereiten war und kann offline weitermachen. Fährzeit ist Arbeitszeit.
Lasse nebenbei einen GPS-Track mitlaufen und sehe, wie weit wir uns Tunis annähern. Aber bei 35 km/h dauert das halt. Egal, das Meer ist ruhig und die Fahrt schön, ich sitze gut und habe zu tun. Insofern alles bestens. Dazu sorgen die Steyrleute für nette Unterhaltung und wir tauschen am Ende sogar Telefonnummern aus. Ich weiß ja vom letzten Jahr, wie schnell man mal auf Rettung angewiesen ist.
Essen auf der Auriga
Pause. Hunger. Durst. Die GNV-Fähre Auriga hat zwar verschiedene Bordrestaurants, aber für die Verpflegungspakete bin ich zu geizig. Vor allem aber zu mäklig. Weiß ja nicht, was man da kriegt. Und das, was ich sehe, reicht mir.
Dazu ist gerade Ramadan, und da will ich auf der Fähre nach Tunis den armen Tunesiern nichts voressen. Allerdings sind wir ja alle Reisende und da kann man dann schon mal ein Stück Aldibrot mit Zwiebelschmelz einnehmen.
Ankunft im Hafen Tunis
20:30 Uhr läuft die Fähre in den Hafen Tunis ein.
Das heißt aber noch gar nichts. Zwar werden um 20:45 Uhr die Tunesier nervös und sammeln sich im Treppenhaus, aber da passiert noch überhaupt nichts. Eine halbe Stunde später lasse ich mich mitreißen, muss aber auch an der Treppe warten.
Erst 21:30 Uhr und damit 27½ Stunden nach der Einschiffung öffnet das Fahrzeugdeck der Fähre Genua-Tunis die Pforten.
Und dann beginnt die Prozedur der Einreise nach Tunesien mit dem Wohnmobil.
Infos und Werbung
- Reale Reisedauer vom Einschiffen in Genua bis zum Ausschiffen in Tunis: 28 Stunden
- Bezahlt habe ich für die Fähre Genua-Tunis mit dem Mercedes 711D und Innenkabine 360 €
- Link zum Betreiber der Fähre von Genua nach Tunis (GNV): Klick
- So ein kleines, leichtes Fernglas erweitert nicht nur auf See den Horizont (DDoptics NXT 10×42): Klick





















