Einstieg schweißen Mercedes 711
Bericht vom Einschweißen eines selbstgebauten Reparaturblechs an der Trittstufe zum Einstieg meines Mercedes 711D.
Rostiges Blech rausschneiden und Sandstrahlen
Wenn das Reparaturblech für die Trittstufe fertig ist, kann ich auch die rostigen Stellen der alten Trittstufe raustrennen. Jetzt sieht man, was das hier werden soll.
Und jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt für meine Sandstrahlpistole, um auch wirklich den letzten Rost runterzuschrappeln.
Schweißvorbereitungen für die Reparatur der Trittstufe
Druckluft erleichtert die Arbeit beim Schweißen enorm. Gut, beim Schweißen braucht man keine Druckluft. Aber für die entscheidende Vorbereitung, die ja 99% der Arbeit ausmacht. Klar kann ich die Löcher für die Schweißpunkte auch mit der Bohrmaschine herstellen. Aber bei dem harten Karosserieblech brauche ich ständig neue Bohrer. Mit meiner druckluftbetriebenen Absetz- und Lochzange hingegen kann ich mit einem Lächeln im Gesicht Stahlkonfetti herstellen.
Das Absetzen der neuen Trittstufe spare ich mir, da sich das Reparaturblech sowieso unter der Plastikverkleidung der Einstiegsstufe und dem Türgummi versteckt. Kann also jetzt die Kanten am Reparaturblech der Trittstufe verschweißen. Das gibt mehr Stabilität.
Zur Schweißvorbereitung gehört auch der Rostschutz. An den Schweißpunkten muss ich die Farbe zwar später wieder runterschleifen, aber immerhin ist Brantho Nitrofest (nur!) in rotbraun bis 300° hitzefest. Da bleibt also beim Schweißen viel vom wichtigen Rostschutz stehen.
Die Trittstufe kriegt natürlich auch eine Behandlung mit Owatrol und Brantho Korrux Nitrofest. Das steht hier so einfach, aber tatsächlich muss ich immer warten, bis die Temperaturen zumindest halbwegs passen. Und es dauert, bis Owatrol im Winter trocknet.
Von unten passt das selbst gebaute Reparaturblech auch ganz gut an die Trittstufe. Damit sind die Schweißvorbereitungen am Einstieg des Mercedes 711D soweit abgeschlossen.
Einschweißen des Reparaturblechs der Trittstufe
Das Einschweißen des Reparaturblechs beginnt mit der Bandfeile. Die schöne Rostschutzfarbe muss nämlich beim Schweißen wieder runter, weil Farbe isoliert. Aber eben nur punktuell an den Schweißpunkten, das restliche Brantho Korrux Nitrofest bleibt als Grundschutz dran.
Tut zwar weh, aber auch die Karosserie muss ich an den Schweißpunkten blankschleifen. Und ja, ich brauche auch einen Massepunkt. Vorbereitung ist alles.
Muss auch noch ein paar Löcher bohren, wo ich mit der Lochzange nicht hinkomme. Beim Bohren von Karosserieblech nehme ich mittlerweile immer Bohrpaste. Das geht einfach wesentlich besser und schont die Bohrer. Ich weiß auch nicht, was Mercedes da verbaut, aber das Blech frisst mir sonst die guten Ruko-Bohrer regelrecht.
Ist zwar kein Wind heute, aber ich schweiße trotzdem mit dem Fülldrahtschweißgerät von Hyundai. Das ist einfach handlicher, als auch noch eine Argonflasche rumzuschleppen. Und seit ich mitgekriegt habe, dass man beim Fülldrahtschweißen Plus auf Masse klemmen muss, schweißt das auch ordentlich.
Allerdings drehe ich trotzdem noch zwei kleine Angstschrauben M5 ins Reparaturblech. Bei Blechen, die unter Spannung stehen, macht sich dann das Schweißen als Anfänger einfach wesentlich besser. Und außerdem wird das Blech damit auf gar keinen Fall abfallen, egal wie fest die Schweißpunkte sind.
Mit den beiden Schrauben kann ich zudem das Reparaturblech richtig an die Trittstufe randengeln. Ich weiß, Profis reichen dafür zwei Schweißpunkte. Aber ich bin kein Profi, ich bin Amateur.
Und so hab ich auch mehr Arbeit mit dem Verschleifen der Schweißpunkte.
Aber nach dem Schleifen sehen das eingeschweißte Reparaturblech und meine neue Trittstufe am Mercedes T2N doch ganz gut aus.
Auch mit der Unterseite der Trittstufe bin ich ganz zufrieden. Selbst die runde Originalform habe ich mit meinen bescheidenen Mitteln doch ganz gut hinbekommen. Muss ja meine eigenen Arbeitsstunden zum Glück nicht bezahlen.
Nachbehandlung der Schweißstellen
Die schöne Schweißarbeit wäre aber völlig umsonst, wenn ich das Reparaturblech und die Trittstufe nicht mit Rostschutz nachbehandeln würde. Flute also mit einer kleinen Spritze mehrfach Owatrol in die Zwischenräume.
Wenn das Owatrol nach ein paar Tagen in alle Ritzen gekrochen und halbwegs ausgetrocknet ist, gibt es noch Rostschutz der Schweißstellen mit Brantho Korrux Nitrofest. Hier macht sich die Komfortspraydose mit dem langen Sprührohr perfekt. Damit kommt man wirklich in jede Ecke.
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Das Verschleifen geht mit Fächerschleifscheiben richtig gut, besser als mit Schruppscheiben, finde ich.
Aha, da habe ich sogar eine rumliegen. Aber das hätte ich der gar nicht zugetraut. Setze lieber auf die bewährten Schruppscheiben. Die Fächerscheibe muss ich mal probieren.