Wanderung von Mides nach Tamerza
Mides ist Ausgangspunkt für eine schöne Schluchtenwanderung nach Tamerza, allerdings ist der direkte Weg von einer Tal-Sperre blockiert.
Sonnenaufgang am Mides Family Resto
Am Anfang des Urlaubs habe ich mir den Wecker gestellt, um mit Sonnenaufgang aufzustehen. Aber der hat noch nie geklingelt. Kriege ja auf dem kleinen Sofa mit, wenn es draußen heller wird. War gestern schon vor Sonnenaufgang draußen, um die besten Plätze für ein Morgenfoto zu suchen. Und bin genauso auch 6:30 Uhr wach.
Will von Mides durch die Schluchten nach Tamerza wandern. Und da auch heute Abend ein umfangreiches Fünf-Gänge-Menü ansteht, nehme ich mir nur zwei Äpfel und eine Flasche Wasser mit. Viel wichtiger als Essen ist die Powerbank.
Schluchtenwanderung Mides
Beginne die Wanderung an der kleinen Nebenschlucht, die direkt am Mides Family Resto ausstreicht. Die Lehmhaufen da hinten auf dem Felsen sind Alt-Mides.
Alt-Mides und der Canyon sind im Morgenlicht schon hübsch.
Es dauert aber, bis die Sonne runter in den Canyon kommt.
Das hat aber auch sein Gutes, denn so ist es in den Schluchten von Mides schön kühl und feucht.
Wadi zwischen Mides und Tamerza
Bei so einer längeren Wanderung durch das selbst im März recht heiße Tunesien ist es sinnvoll, zeitig anzufangen. Wenn nämlich der Wadi zwischen Mides und Tamerza erstmal in der Sonne liegt, ist es da nur halb so schön.
Aber das Fehlen von dichter Vegetation hat auch Vorteile, denn so kann man schön die Gebirgsbildung nachvollziehen.
Tal-Sperre zwischen Mides und Tamerza
Genau in so einer untern Falte liegt die Talsperre von Tamerza. Die Frage ist nur, wie ich am Wasser vorbeikomme. Wege sind in meiner Karte keine eingezeichnet. Im Reiseführer steht nur, dass es querfeldein geht und man einen Führer braucht.
Tatsächlich ist an der Talsperre Tamerza kein Vorbeikommen, denn dort läuft ein senkrecht aufgeworfenes Felsband quer durchs Wasser. Das ist echt eine Tal-Sperre zwischen Mides und Tamerza.
Gebe aber nicht so schnell auf und klettere immer höher, um an die Felskante zu kommen und von da aus mit dem Fernglas einen Weg zu finden. Aber keine Chance. Die Felswand steht im Winkel von vielleicht 80 Grad schräg. Auf der flachen Seite komme ich ja noch hoch, die andere Seite Richtung Tamerza aber hängt über.
Und ich sehe auch von oben keinen Weg. Alles was ich mit dem Fernglas erspähe, ist ein einsamer Fuchs. Das Handyfoto ist natürlich nicht so der Brüller, aber mein NXT macht leider keine Fotos. Trotzdem habe ich das immer dabei und freue mich an dem gestochen scharfen Bild.
Von da hinten durch den breiten Wadi bin ich gekommen. Und mindestens bis in die erste Kurve muss ich wieder zurück, um nach Tamerza zu wandern. Hab aber keinen Bock, denselben Weg wieder zurück zu klettern und nehme auf Verdacht eine Geröllhalde runter ins Tal.
Umgehung der Talsperre
Alles was ich hier treibe, findet ja ohne Weg und Steg statt. Hab also wirklich erst kurz vor dem Grund des Canyons die Gewissheit, dass ich auch tatsächlich unten rauskomme. Die Falten sind halt wirklich steil aufgeworfen.
Bleibe dann an der Bergflanke und finde einen kleinen Pfad zum Pass nach Tamerza.
Bergoase Tamerza
Auf dem Pass liegt die Bergoase Tamerza zu Füßen. Erst kommen im unfruchtbaren Bereich die Wohnhäuser und im Tal die Palmenhaine.
Ist schön, da oben zu sitzen und mit dem Fernglas ganz Tamerza zu beobachten.
Unten ist ein bisschen mehr Trubel. Die normalen Gassen geht noch, aber vor der Schule artet die Wanderung dann zum Spießrutenlauf aus. Klar, ich lasse mir nichts anmerken, aber solche Schülergruppen sind schon nervig. Ich weiß noch nicht, ob das ein Generationsproblem ist oder sich das auswächst. Denn die Erwachsenen sind in der Regel alle recht zurückhaltend, was das Reisen bzw. Wandern in Tunesien angenehm macht.
Einzeln gehen die Schüler noch, aber in Gruppen fehlt da jede Beherrschung. War ja auch schon mal so dumm und hab den Bus in Maktar vor einer Schule stehen lassen, was im Diebstahl eines Reifens endete. Da lob ich mir doch so eine schöne ruhige Palmenoase.
Nächste Station der Wanderung sind die Wasserfälle und Schluchten von Tamerza.



















Hallo Tom, das sind wirklich sehr schöne Bilder. Als kleiner Junge habe ich die Orient-Erzählungen von Karl May gelesen (Schund hin oder her, stand halt im Regal…) und genau solche Landschaften sind damals vor meinem geistigen Auge aufgestiegen.
Hey, Karl May ist Bildungsliteratur. Ich frage mich nur, wo der seine ganzen Infos her hatte. Oder ist das wirklich alles erfunden und es gibt gar keinen Silbersee?