Tabarka und die Korkeichenwälder Tunesiens
Der Norden Tunesiens ist mit den Mogods, Festungen und Korkeichenwäldern wunderschön, aber touristisch völlig unterbelichtet.
Mogods – Grüner Norden Tunesiens
Nach dem Besuch des Nationalparks Ichkeul ziehe ich noch einen Bogen durch den grünen Norden Tunesiens.
Die Bergkette Mogods in Nordtunesien ist bis zu 500 m hoch und die Straße kurvig.
Damit ich im dritten Gang bleibe, darf ich aber auch in den Serpentinen nicht vom Gas gehen. Also berghoch. Bergrunter ist das Problem eher umgekehrt.
Solche Kurvengeschwindigkeiten sind hinten unschön, aber ich bin ja allein in Tunesien, da kann ich fahren und Spaß haben, wie ich will.
Im Prinzip würde mir auch so ein kleiner W123 reichen. Aber der Bus ist nunmal da, also fahre ich Bus.
Markttag in Nefza
Überlege unterwegs, mal einen Abstecher zum Meer zu machen, lasse das aber. Hab einfach keine Zeit dafür. Und die normale Hauptstraße durch die Mogods ist ja auch hübsch. Gibt viel Eukalyptus, Richtung algerische Grenze eher Korkeichenwälder.
Interessant sind die Ortsdurchfahrten, hier in Nefza. Da ist gefühlt das halbe Land auf der Straße. Kann mit der sprachgesteuerten Dashcam zum Glück Fotos machen, ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen.
Sowas fehlt mir nur noch zur Seite.
Aber schnell bin ich am Markttag in Nefza sowieso nicht. Sieht man ja im Dashcam-Foto oben. 4 km/h.
Tabarka
Wie jede tunesische Stadt, die was auf sich hält, hat auch Tabarka im äußersten Nordwesten Tunesiens am Ortseingang einen Kreisverkehr mit Polizeikontrolle. Auch da sollte man die Hände immer schön am Lenkrad halten.
Sonst passiert es nämlich noch, dass man von der Straße abkommt.
Tabarka ist jedenfalls ein sehr quirliges Städtchen.
Und es gibt so viel Stau und so wenig Touristen, dass ich ungestört fotografieren kann, hier eine tunesische Fleischerei.
Oder die Pizzeria Makloub von Tabarka.
Tabarka ist bekannt für rote Korallen, weshalb so eine überdimensionierte Koralle einen Kreisverkehr ziert.
Genueser Festung Tabarka
Fahre in Tabarka direkt zur Festung. Der Weg hinauf wird zwar gerade neu gepflastert, aber so eine Baustellendurchfahrt ist in Tunesien kein Problem. Stehe also ganz oben im letzten Kreisverkehr und laufe bei herrlicher Sonne zur alten Genueser Burg.
Nur ist hier überhaupt niemand.
Also weder Touristen noch Einheimische noch Angestellte. Das Tor ist auch verrammelt. Oben drüber steht übrigens Leuchtturm Tabarka.
Naja, da klettere ich halt mal über die Felsen außen rum zur Spitze. Da sieht mich der Wachmann und wir verständigen uns so ein bisschen, dass ich da weg soll und dass er runterkommt. Aha, er will mir wohl das Tor öffnen. Mittlerweile sitzen am Burgaufgang noch zwei Touristen, die ich auch gleich mitnehme. Denn ich habe kein Kleingeld, und da verteilt sich das etwaige Bestechungs- oder Eintrittsgeld besser. Die freuen sich jedenfalls und es stellt sich heraus, dass sie Amerikaner sind und auch schon mal in Dresden waren.
Jedenfalls führt uns der Wärter für 5 Dinar pro Person durch die Genueser Festung. Telefoniert allerdings nebenbei und zeigt nur ab und zu die Richtung. Gibt ja auch nicht viel zu sehen. Hauptattraktion ist der Aussichtspunkt.
Korkeichenwälder im El Kala Nationalpark
Von Tabarka geht es nun wirklich nach Süden. Immer an der algerischen Grenze lang. Doch ich brauche noch Brennholz für den Hammelgrill. In der Wüste ist Holz knapp, hier dagegen im Überfluss vorhanden. Halte also an der erstbesten Gelegenheit an.
Korkeichen gibt es im El Kala Nationalpark genügend. Wobei die Kernzone noch ein Stück weg ist.
Problem ist nur, dass die am Boden herumliegende Korkeiche ziemlich faulig ist. Aber das hier ist wenigstens ein schönes Anschauungsstück.
Sammle also etwas Korkeiche vom Waldboden auf. Wobei, etwas ist gut, der ganze Bus liegt voll. Hoffe nur, dass das morsche Zeug auch brennt.
Die Fahrt durch die tiefen, fast endlosen Korkeichenwälder im El Kala Nationalpark ist wirklich schön und macht wegen der vielen Serpentinen auch Spaß. Vor allem, weil ich den Bus selbst durch die Serpentinen fast immer im dritten Gang halten kann. Wenn ich das schaffe, läuft der Bus 60 die Berge hoch, sonst 30. Allerdings fliegt hinten auch viel durcheinander.
Die algerische Grenze ist nah und die Militärposten nehmen zu. Ich bleibe zwar unbehelligt, ziehe aber lieber noch ein bisschen weiter ins Land rein, zur alten römischen Ausgrabungsstätte Bulla Regia.

























