Teetassenhalter im Wohnmobil bauen
Meine 1-Liter-Tasse für die kontinuierliche Teezufuhr verlangt im Wohnmobil nach einem adäquaten Teetassenhalter am Fahrersitz.
Ich und meine Teetasse
Meine schöne große Teetasse ist ja seit 10 Jahren immer wieder zu sehen. Mache mir tatsächlich jeden Morgen einen Liter Zitronentee mit Ingwer und fahre dann erst los. Die Wartungsvorschriften für den Fahrer fordern nämlich eine Flüssigkeitszufuhr von 3 Litern pro Tag. Also 3 Tassen. Das ist wichtig.
Nur kühlt der Tee in der doppelwandigen Isoliertasse viel langsamer ab als die 11-kW-Dieselheizung den Motor aufwärmt. Fahre also regelmäßig mit voller Tasse los und trinke die dann erst während der Fahrt. Und da im Mercedes 711D vorn im Fahrerhaus alles krumm und schräg und schief ist, hält die Tasse normalerweise mein Beifahrer. Aber da ich ja in Zukunft meistens ohne Beifahrer unterwegs bin, brauche ich schon für die Tunesientour einen Teetassenhalter. Also dringend.
Vom Blech zum Teetassenhalter
Dieses Stück Blech könnte doch mein neuer Teetassenhalter werden.
Ach ist das geil, wenn man eine Kantbank hat. Vergesse glatt ein Foto von der Erstellung meines Teetassenhalters, weil es so schnell geht. Aber Kanten ist ja nur die halbe Miete. So richtig perfekt wird eine Arbeit erst durchs Verschweißen der aufgekanteten Formen.
Und klar, die runden Seitenflügel kriegt man natürlich mit keiner Kantbank der Welt so hin. Da nehme ich eine Form und den Schonhammer. Sowie am Ende das Schweißgerät.
Finish mit Flex und Brantho
Das Finish des Teetassenhalters erledigt die Akku-Flex.
Die Anprobe mit der Teetasse sieht doch schon mal ganz gut aus.
Damit mir der Teetassenhalter allerdings nicht verrostet, kriegt der eine ordentliche Schicht Brantho Korrux 3 in 1 in Siegelrot. Wie man an der Farbsauerei sieht, sogar aus der Spraydose. Ist dieselbe Farbe, aber eben doch mehr Komfort als mit dem Pinsel.
Befestigung am Batteriekasten
Wähle als Platz für den Teetassenhalter den Batteriekasten. Da kann ich ohne den Blick von der Straße zu wenden runtergreifen und mir die Tasse nehmen. Hab allerdings keinen Bock, für Durchgangsschrauben die Batterien auszubauen. Wozu hat man schließlich eine Nietmutternzange. Die Löcher für die Nietmuttern sind eben nur ein bisschen größer. Dahinter steckt übrigens noch eine Stahlplatte, damit ich nicht versehentlich die Starterbatterien anbohre und denen nach sieben Jahren das Leben aushauche.
Nietmuttern sind ideal für solche von hinten schwer zugänglichen Stellen.
Hätte den Teetassenhalter natürlich auch anschweißen können. Aber wer weiß, ob mir nicht morgen was anderes einfällt. Und außerdem werde ich sicherlich irgendwann mal den Batteriekasten ebenso wie die Motorverkleidung auch noch dämmen und verkleiden. Da bleibe ich mit Schrauben schön flexibel.
Test Teetassenhalter am Fahrersitz
Der erste Test des Teetassenhalters am Fahrersitz ist zwar erfolgreich, aber ob mir das wirklich gefällt, zeigt erst die Nutzung auf ein paar tausend Kilometern inklusive Hopperstraßen, Pisten und Serpentinen.
Kann mir jedenfalls nun während der Fahrt mit einer Hand die schwere Tasse ohne Hingucken nehmen und bin insofern schon mal ganz zufrieden. Den Test live zeigt das kurze YouTube-Video. Da sieht man z.B., dass die Tasse noch ein bisschen klemmt. Hab nämlich die Schichtdicke von Brantho nicht einkalkuliert. Aber das ist schnell gelöst. Und gegen das Klappern gibt es noch etwas Dämmung.
Und so ist mein Teetassenhalter am Fahrersitz für den praktischen Einsatz freigegeben. Wie man am Sand überall sieht, hat meine Konstruktion die Bewährungsprobe auch schon bestanden.
Auf Wellblechpisten oder bei Sanddünen allerdings muss ich den Tassenfüllstand ein wenig reduzieren bzw. rechtzeitig meinen Tee austrinken. Sonst gibt das bei der ersten Schräglage Überschwemmung und ich muss auf meinem Weg zum Tembaine ohne ausreichende Betriebsstoffe Sand schippen.
Infos und Werbung
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- Dämmung gegen das Klappern (Armaflex Tape)*: Klick













