Tunesien: Ausgestorbene Medina Kairouan
Kairouan ist die drittheiligste islamische Stadt mit hundert Moscheen und ramadanbedingt menschenleeren Gassen in der Medina.
Tunesische Erdbeeren im Tiefland von Kairouan
So ein Strandstellplatz wie südlich von Yasmin Hammamet ist ja ganz nett, aber ewig kann ich mich da nicht aufhalten. Und auch wenn ich mit der Versorgung am Strand im autarken Wohnmobil keine Probleme habe, ist die Situation im Land doch eine andere. Tunesische Erdbeeren muss man eben dort kaufen, wo sie angebaut werden, im Tiefland von Kairouan. Sehr prächtige Früchte, keine schimmlige Altware wie in Maktar. Nur die Bananen sind nicht von hier und kosten gleich 8 Euro pro Kilo.
Kaufe generell gern regionale Produkte. Oliven zum Beispiel. Davon gibt es rund um Kairouan massenhaft. Also zumindest am Baum.
Alte Peugeot mag ich auch, gerade so etwas überreif.
Wohnmobilstellplatz an der Medina von Kairouan
Der Bus rollt wegen der Trödelei am Strand erst 17:31 Uhr nach Kairouan rein.
Aber die späte Stunde hat auch Vorteile, denn kurz vor dem Fastenbrechen sind die Straßen recht leer. Ergattere sogar einen Wohnmobilstellplatz direkt an der Medina von Kairouan.
Eigentlich mag ich ja den Trubel einer Medina, aber die Ruhe in Kairouan ist auch mal schön.
Und so ganz menschenleer ist es ja auch nicht.
Medina von Kairouan
Okay, wollen wir also mal die fast vollständig ummauerte Medina von Kairouan erkunden.
Direkt hinter dem Stadttor Bab Tunis geht es noch etwas unübersichtlich zu und die Mopeds brausen quer über einen kleinen Markt.
Aber weiter drin ist die Medina von Kairouan richtig lauschig.
Wer aber denkt, die engen Gassen in der Medina von Kairouan wären nur für Mopeds und Esel gedacht, der unterschätzt die tunesischen Autofahrer. Wo ein Auto durchpasst, wird auch gefahren. Egal, ob das Sinn macht oder nicht.
Kurz nach Sonnenuntergang ist die Medina von Kairouan nicht nur ruhig, sondern wie ausgestorben. Es ist schließlich Ramadan und die Leute sind alle beim Essen.
Nur ein paar Katzen stromern noch durch die Medina von Kairouan.
Moscheebesucher in der Altstadt von Kairouan
Kairouan ist ja ziemlich heilig und hat in der historischen Altstadt einige traditionelle Moscheen zu bieten.
Hinter jeder dritten Ecke steht eine der Hundert Moscheen von Kairouan.
Bald strömen alle zu den Abendgebeten, doch noch ist es ganz still.
Leere Basare von Kairouan
Auch die Basare in der Medina von Kairouan sind während des Fastenbrechens fast völlig leer.
Gibt nur ein paar Aufpasser für die verlassenen Stände im Basar.
Aber das ist nur die Ruhe vor dem abendlichen Sturm auf die Medina von Kairouan.
Abend an der Großen Moschee Kairouan
Nachdem alle satt sind, strömen die Tunesier zu Fuß und mit Autos zur Großen Sidi-Oqba-Moschee in der Medina von Kairouan.
Anscheinend rechnet auch die tunesische Polizei mit einem großen, vielleicht sogar zu großen Menschenandrang und zeigt neben der großen Moschee schonmal die Instrumente.
Würde ja auch gerne noch etwas durch die Medina stromern und mir das beginnende Spektakel anschauen, aber für mich ist mit der Lichtshow an der Großen Moschee Kairouan der Abend leider zu Ende.
Dummer Stellplatz an der Medina Kairouan
Auf dem Weg zurück zum Bus kommen unzählige Tunesier mit Klappstühlen entgegen. Irgendwas ist heute Abend in der Medina von Kairouan los. Aber das werde ich leider nicht mehr rausfinden. Müde ist müde.
Schlafen an einer so zentralen Stelle ist aber schon eine Herausforderung. Klar, das ist eine ruhige Nebengasse. Aber ruhig nur im Vergleich zur Hauptstraße. Autos fahren vorbei, Männergruppen krakeelen, Büsche scheuern und am frühen Morgen liefern sich ein paar Katzen Duelle zwischen Dach und Motorhaube. Wobei es so zeitig gar nicht ist. Meine Dashcam zeigt 6:57 Uhr, da war ich früher normalerweise schon zum Sonnenaufgangsspaziergang unterwegs.
Als dann auch noch ein Mopedfahrer auf den Heckträger auffährt, stehe ich auf. Ist zwar niemandem etwas passiert, aber so langsam nervt mich die Medina von Kairouan. Und dafür will der Wächter vom benachbarten Parkplatz auch noch noch Geld haben. Er merkt aber gleich, dass er mit dem einen Lass-mich-in-Ruhe-Dinar lieber zufrieden ist.
Gibt jedenfalls keine Veranlassung, noch länger hier auf der Straße stehen zu bleiben. Die innere Medina ist zwar schon komplett abgehakt, aber ich kann das Wohnmobil ja noch ein bisschen durch die äußere Altstadt von Kairouan quetschen.
Nächste Station ist das Amphitheater von El Jem.


























